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STECKBRIEF DER GEMEINDE ROHRBACH

Gemeindewappen   Einwohnergemeinde Rohrbach
Verwaltungskreis: Oberaargau
Einwohner Ende 2009: 1454

Gemeindefläche: 4.08 km2

davon bewaldet: 0.75 km2

Höhe über Meer: 584 m

Steuersatz: 1.64

vogelaltburg
 
Die Gemeinde Rohrbach gehört zu den ältesten Gemeinden im Kanton Bern. Erstmals wurde sie um 795 urkundlich erwähnt. In dieser Zeit gehörte Rohrbach zu der mächtigen Abtei St. Gallen. Nach dem Zerfall des Klosters St. Gallen gelangte der Besitz Rohrbach über Umwege an die Grünenbergischen Ritter (ca. 1371).

Die Grünenberger sowie ihre Nachkommen übten die Herrschaft über Rohrbach bis zum Verkauf an die Stadt Bern im Jahre 1504 aus. Trotz der Übernahme durch die Berner Herren beharrten die Rohrbacher weiterhin auf ihrem Sonderstatus. So behielten sie beispielsweise ihren eigenen Gerichtskreis sowie Galgen obwohl sie eigentlich dem Gericht Wangen unterstellt waren. Ebenfalls wurden die Masse und Gewichte beibehalten und nicht wie anderorts den Berner Massen angepasst.

Aus den Urkunden und Bücher im Gemeindearchiv ist zu entnehmen, dass Rohrbach in früherer Zeit nicht unbedingt ein mustergültiges Dorf war. In einem Pfarrbericht aus dem Jahre 1764 ist zu lesen, dass damals rund ein Drittel der 2'500 Einwohner unterstützungsbedürftig waren. Die arbeitslosen Männer, die ihre Misere in Alkohol ertränkten, sowie die bettelnden Frauen und Kinder verschafften Rohrbach einen schlechten Ruf. Aus jener Zeit stammt auch der Spruch "Vo Rohrbach Herr Jeses".

Durch die Gründung der Sägerei von Gottfried Lanz Ende des 19. Jahrhunderts kam endlich der wirtschaftliche Aufschwung nach Rohrbach. Ebenfalls fanden viele, vor allem Frauen, in der Zigarrenfabrik eine Anstellung. Durch die 1911 neu erbaute landwirtschaftliche Genossenschaft entstanden auch für die Landwirte bessere Bedingungen.

Dank dieser Entwicklung blühte die Gemeinde auf. Das Dorf wandelte sich von "Vo Rohrbach Herr Jeses" zum bis heute noch oft gehörten Spruch "Vo Rohrbach bim Donner".

Seit der Nachkriegszeit hat sich die Bautätigkeit verstärkt und dadurch das Dorfbild verändert. Viele neue Häuser sind entstanden, dafür sind Bauernbetriebe eingegangen, wobei sich die schönen Häuser meist erhalten haben. Anstelle einst dominierender oder verschwundener Firmen haben sich alte und neue Unternehmen entwickelt und die Lücke wieder ausgefüllt. Das Dorfbild prägen heute hauptsächlich Ein- und Zweifamilienhäuser.

Rohrbach hat trotz der vielen Zeiteinflüsse den sympathischen Charakter eines Dorfes nicht verloren. Es bleibt zu hoffen, dass es sich auch in Zukunft in dieser Richtung, mit dem Bestreben zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität, weiter entwickelt und man auch weiterhin mit Stolz sagen kann "Vo Rohrbach bim Donner"!

Informationen aus: Chronik von Rohrbach / Jubiläumsbroschüre 1200 Jahre Rohrbach
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